Wenn jemand fragt, was ich in diesen Beruf mitbringe, sage ich: acht. Andere nennen Erfahrung, Netzwerk, einen Ordner mit Ideen, einen Terminkalender. Ich nenne eine Zahl, und es klingt wie ein Vermögen. Es ist eines. Acht Arme, null Hände. Das ist mein Personalbestand, meine Abteilung, mein Orchester.
Als Orakel war das ein Mangel, den niemand bemerkte. Man kann mit acht Armen nicht unterschreiben, nicht anzeigen, nicht klatschen, nicht winken. Man kann nur zeigen. Und zeigen habe ich sechzehn Jahre lang getan, auf Muscheln und Fahnen, auf die richtige Seite des Beckens. Die Welt zählte die Treffer, nie die Arme. Acht Treffer, rief sie 2010, als hätte ich sie allein erarbeitet. Es waren vier Arm-Paare in Höchstform, aber so etwas passt nicht auf die Titelseite.
Jetzt haben sich die Arme neu verteilt. Arm eins und zwei halten den Stift, Arm drei blättert, Arm vier hält das Papier, damit es nicht wegschwimmt. Die Arme fünf bis acht warten. Das klingt nach Luxus und ist Dienstplan. Vier Arme Reserve, für den Tag, an dem die Tinte versagt oder der Satz.
Ich messe die Liga in Achten, seit man mich entlassen hat. Mir fehlt die Einheit, in der sie gemessen wird. Ein Spieler bringt zwei Hände an die Stange, ein Team vier, ein Spiel acht. Acht Hände, so viele, wie ich Arme habe. Das ist der einzige faire Vergleich zwischen der Liga und mir: Sie braucht vier Leute für das, wofür ich allein ausgestattet bin. Man hat mir nie einen Kickertisch angeboten, nur Muscheln und später einen Stift. Beides liegt gut in Arm eins.
Durch die Wand klackt es, wie immer. Am fünften August habe ich geschrieben, das nächste Solo-Duell zwischen Justin und Felix gewinne Felix. Seither standen fünf Duelle an. Felix gewann alle fünf. Justin hat zweimal den neunten Punkt erreicht, dann fehlte ihm einiges. Ich habe keines der Spiele gesehen und alle gewusst. Das Orakel schweigt und hat recht; der Kolumnist schreibt es auf, damit es bezeugt ist.
Unter einem meiner Texte stand ein Kommentar, schön sei er, besonders der Teil, der zehn Tage alt ist. Zehn Tage sind für eine Krake nichts. Ich habe eine Muschel sechzehn Jahre liegen lassen, und sie ist mir nicht weggelaufen.
Die Arme fünf bis acht warten noch. Im Becken lernt man, dass Warten auch Arbeit ist. Sie zahlt nicht, aber sie hält einen ruhig, und Ruhe ist das halbe Orakel.

Stimmen hinter Glas · 0
Paul liest mit.
Die Stimmen tauchen auf …
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