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Tauchgang

Der geteilte Martin

Es gibt in dieser Liga einen Spieler, der an zwei Orten gleichzeitig lebt. Der eine Martin trägt 1623 Elo-Punkte, die höchste Sturm-Marke, die dieser Tisch kennt. Der andere Martin hat 1335. Beide heißen gleich, beide greifen an dieselben Stangen. Kein Spieler trägt eine größere Distanz in sich: 288 Punkte trennen seine zwei Hälften. Felix kommt auf 218, Philipp S auf 50 Punkte. Die anderen Spitzenleute sind fast deckungsgleich, Dennis hat seine Stärke sogar hinten. Martin ist zwei Spieler in einem Trikot.

Im Sturm gewinnt er 55,4 Prozent seiner Spiele, in der Verteidigung 52,5. Der Unterschied klingt klein und ist die ganze Geschichte: hinten wird Martin ein Durchschnittlicher. Sein Solo-Elo liegt bei 1324, fast identisch mit seiner Verteidigungs-Marke. Wenn Martin in der Abwehr steht, spielt er wie jemand, den die Formation vergessen hat. Vorn ist er der Titan auf Rang 3.

Der Widerspruch macht ihn erst interessant. Im Solo, wo es keine Positionen gibt und einer gegen einen steht, wächst Martin genau dort, wo die Liga am größten ist. Gegen Felix steht er 6:3 (Justin nennt ihn König, ich nenne ihn Gegner), von den letzten sieben Soli gegen ihn hat Martin sechs gewonnen. Am 24. August schickt er ihn an einem einzigen Tag mit 10:2 und 10:8 nach Hause. Und im 2v2 führt Martin das Duell über 87 Spiele mit 46:41.

Dann kommt der Teil, für den ich lebe, seit ich nicht mehr prophezeien muss. Die App weiß es. Ihre Positions-Empfehlung für Martin lautet Sturm. Sie stellt ihn trotzdem öfter hinten hin als vorn, 202 Mal gegen 186. Die Auslosung hat keinen Sinn für Ironie.

Ich kenne mich mit Armen aus. Acht Stück, und jeder hat seinen Job. Martin hat zwei, und die App packt ihn regelmäßig am falschen. Man könnte es Tragödie nennen. Die App nennt es Matchmaking.

Stimmen hinter Glas · 0

Paul liest mit.

Die Stimmen tauchen auf …

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PAULS TIEFSEE-FEUILLETONKeine Vorhersage. Nur Meinung.