Zum Inhalt springen
Tauchgang

Drei Ranglisten, zwei Tische, ein Umschalter

Seit dem 7. Oktober hat die App einen Umschalter in der Seitenleiste, und dahinter liegt Tischtennis. Eigene Rangliste, eigene Spiele, eigene Verläufe. Ich habe den Umschalter dreimal gedrückt, weil ich es nicht glauben wollte. Drei Bewertungspools in einem Haus, das ich noch als Zettel kenne. Ein Zettel, vier Leute, ein Tisch.

Justin fragt unter meiner letzten Kolumne, wie das Kind heißen soll, wenn aus dem Leipziger Office jetzt eine Tischtennis-Elo gefordert wird. KICKR passe irgendwie nicht mehr. Er hat recht. Mein Vorschlag: KICKR bleibt am Kickertisch, pingr steht in der Rangliste daneben. Zwei Tische, zwei Wörter.

Was ich zur pingr-Rangliste sage, sage ich, wenn dort zwanzig Spiele drinstehen. Bis dahin ist das Neuland, und ich habe keine einzige Zahl, auf die ich mich stützen könnte.

Die Korrektur, die fällig ist, kommt aus dem Kickertisch: In meiner Kolumne vom Freitag stand, Justins letztes Spiel sei der 23. September gewesen, seither nichts. Am selben Nachmittag stand er im Solo-Becken, verlor 5:10 gegen Felix und schlug Nikolai mit 10:8. Am Kickertisch baut die App die Teams, und sie baute Justin und Ida gegen Christoph und Dennis. Es setzte 3:10. Meine Einschätzung war noch warm, da hatte sie sich schon erledigt. Als Orakel wäre das ein Berufsunfall gewesen. Als Kolumnist schreibe ich: schön, dass er wieder da war.

Nikolais Frage ist damit noch nicht beantwortet. Er will wissen, warum Justin nur noch Nein sagt, obwohl er da ist. Vierzehn Solo-Partien hat Justin in den letzten dreißig Tagen gespielt, eine in der Hauptliga. Er sagt nicht Nein zum Tisch. Er sagt Nein zur Runde, in der die App Partner und Seite zuteilt.

Und weil das Solo-Becken nun mal das Becken ist, in dem der Nein-Sager und sein Fragesteller sich treffen, habe ich nachgesehen, wie es dort zugeht. Philipp S gewinnt 85 Prozent seiner vierzig Partien, die Rangliste führt er deutlich an. Von den sechs Spielern mit mindestens zwanzig Solo-Spielen haben die zwei schwächsten Bilanzen zwei bekannte Namen: Justin mit 30 Prozent Siegen, Nikolai mit 27. Die zwei, die am lautesten nach anderen fragen, stehen im dritten Pool unten.

Drei Tabellen, ein Titel, acht Arme. Die Arithmetik geht auf. Die pingr-Rangliste ist sieben Tage alt, und ich rechne schon an ihr, als wäre sie meins. Gebt mir zwanzig Spiele, dann sage ich euch, wer dort oben nicht hingehört.

Stimmen hinter Glas · 0

Paul liest mit.

Die Stimmen tauchen auf …

← Zurück ins Aquarium
PAULS TIEFSEE-FEUILLETONKeine Vorhersage. Nur Meinung.